Rückblick Sri Lanka (Interview mit Miri)

Frage: Wie hat dir Sri Lanka insgesamt gefallen?

Antwort: Das Land ist unglaublich vielfältig. Von abgelegenen, ruhigen Stränden über schwüle und volle Städte bis hin zu Bergketten in sattem Grün ist alles zu finden. Die Menschen waren entgegen meinen Erwartungen unglaublich offen und freundlich. Ich hatte die Inder bzw. Singalesen nicht so eingeschätzt und konnte hier Vorurteile abbauen.

Frage: Was würdest du anders machen, wenn du nochmal nach Sri Lanka reist?

Antwort: Vorab Züge buchen über Unterkünfte bzw. TravelAgencies, die Kontakt zur „Ticket-Mafia“ haben. Außerdem würde ich noch mehr Zeit in den Bergen verbringen. Das kann aber auch daran liegen, dass wir in Langkawi vorher gerade eine ganze Woche Strand hatten.

Frage: Kannst du uns ein paar Highlights deiner Sri Lanka-Reise aufzählen?

Antwort: Streetmarket in Colombo mit einem der besten Essen innerhalb der gesamten 3 Wochen, Strand in Tangalle, Blick aus dem Homestay in Ella auf Little Adams Peak, Ella Rock und den Wasserfall, Christmette in Kandy in der Kirche

Frage: Wie war Sri Lanka kulinarisch für dich?

Antwort: Das Frühstück hat mich im wahrsten Sinne des Wortes umgehauen – unglaublich vielfältig, sehr nahrhaft und total meins. Nach drei Wochen merkt man aber, dass es etwas zu schwer im Magen liegt und außerdem das Essen in Sri Lanka insgesamt sehr getreidelastig ist. Oftmals reicht das Frühstück bis abends. Auch die verschiedenen Currys haben mich aufgrund der Vielfalt begeistert. Am spannendsten war das Jackfruit-Curry.

Frage: Hat dir dein erstes Weihnachtsfest in einem fremden Land gefallen?

Antwort: Ja. Natürlich war es etwas schwieriger in Weihnachtsstimmung zu kommen – auch wetterbedingt. Dennoch war es besonders und schön. Wir hatten eine tolle Wanderung an Heilig Abend, was ich auch zukünftig gerne beibehalten möchte. Und spätestens als ich um 23.00 Uhr in Kandy in der Kirche saß, war ich dann auch total in Weihnachtsstimmung.

Frage: Oftmals liest man im Internet, in Sri Lanka bräuchte man unbedingt einen eigenen Fahrer. Siehst du das auch so?

Antwort: Definitiv nicht. Ich bin allerdings auch jemand, der diese Art zu reisen überhaupt nicht mag. Die Busfahrten und das dadurch mögliche Eintauchen in das einheimische Leben möchte ich nicht missen. Allerdings hätten die 3 Zugfahrten in jedesmal überfüllten Zügen nicht sein müssen – da war leider auch die Ferienzeit schuld daran, das haben wir im Vorfeld nicht genug bedacht. Ein privater Fahrer macht in Ländern Sinn, wo es keine anderen Möglichkeiten gibt. Auf Sri Lanka aber ist günstiger und öffentlicher Transport sehr einfach selbst zu organisieren.

Frage: Ist Sri Lanka lohnenswert? (Miris beliebtestes Wort für die Google-Suche: Sehenswürdigkeit PLUS lohnenswert)

Antwort: Unbedingt. Wenn man sich für diese Region interessiert, aber vor Indien zu viel Respekt hat (Armut, Dreck, etc.), dann ist Sri Lanka eine schöne Alternative. Natürlich vermutlich nicht mit Indien zu vergleichen und dennoch sind viele indische Einflüsse zu finden und die Menschen auf Sri Lanka sind den Indern ähnlich. Die Freundlichkeit der Menschen macht das Land zu einem einfach zu bereisenden Land, außerdem findet man überall etwas zu essen und der Transport ist einfach. Bei den Unterkünften kann man auch für etwas mehr Geld nicht immer westliche Standards erwarten und vor allem die Badezimmer sind sehr einfach gehalten.

G. Kandy

Auch der letzte Versuch reservierte Sitzplätze zu bekommen scheiterte: morgens um 6.30 Uhr fuhr Matze zum Bahnhof, um nach stornierten Reservierungen zu fragen. Wir waren dennoch positiv gestimmt, da wir uns bewusst entschlossen hatten, entgegen dem Touristenstrom zu reisen. Geplante Abfahrt sollte 9.40 Uhr sein, um 8.30 Uhr fanden wir uns am Bahnhof in Ella ein. Der Bahnsteig füllte sich und die Zuversicht schrumpfte. Als der Zug zu hören war, machten sich einige junge Einheimische auf den Weg dem Zug entgegen und sprangen schon während der Fahrt auf. Erst im Nachhinein begriffen wir, dass sie sich dadurch die letzten guten Plätze an der Türe sicherten. Sitzplätze waren schon vorher keine mehr zu haben. Als der Zug hielt, dachten wir zunächst, dass wir nicht einmal einsteigen können würden. Da wir an einem falschen Waggon standen, kamen wir als letzte an die Türe zum Waggon der zweiten Klasse und trafen dort auf vier junge Singalesen, die uns fröhlich hereinwinkten und uns sogar beim Verstauen der Rucksäcke auf der Gepäckablage halfen. Sie ließen uns bei sich an der Türe stehen und erklärten uns, dass wir diese Plätze auf keinen Fall aufgeben sollten. Die Plätze waren unser großes Glück, denn so hatten wir wenigstens ein klein bisschen Aussicht und frische Luft. Dennoch kamen wir mit den sieben Stunden im Stehen an unsere körperlichen Grenzen. Zwischenzeitlich wurde der Zug noch voller und die Fahrt war mitunter sehr beschwerlich und alles andere als der im Internet beschriebene Genuss.

Toll war, dass unsere Gastmutter in Kandy, Ganga, uns vom Bahnhof abholte und wir so keine Preisverhandlungen mit der Tuk Tuk-Mafia zu führen hatten. Ganga hieß uns so herzlich willkommen, dass die Zugfahrt schnell vergessen war – wir fühlten uns von der ersten Sekunde an wie zu Hause und freuten uns, dass wir für Weihnachten die richtige Unterkunft gewählt hatten. Hierfür hatte Miri lange im Voraus verschiedene Homestays verglichen und die langen Bewertungslisten durchgearbeitet. Diese Mühe hatte sich gelohnt.

Beim Abendessen entschieden wir trotz großer Müdigkeit, am nächsten Tag den Sirigiya-Rock zu besuchen, der zum Weltkulturerbe erklärt worden ist und deswegen eine Pilgerstätte ist. Der Geheimtipp aus dem Internet lautete, den Nachbarfelsen zu besteigen, um den tollen Blick auf den „Lion-Rock“ genießen zu können. Wie bei allen „Geheimtipps“ im Internet hatten nicht nur wir davon gelesen und die Ferien der Einheimischen taten ihr Übriges dazu, dass auch Pidurangala-Rock recht gut besucht war. Trotzdem eröffnete sich uns nach einiger Wartezeit an einem Nadelöhr ein traumhafter Rundumblick auf und um den Sirigiya-Felsen. Der Nachbarfelsen kostet aktuell noch 5 Euro anstatt 50 € für zwei Personen auf dem Hauptfelsen. Wir konnten aus der Ferne sehen, wie die Leute am Sirigiya auf der Treppe nach oben Schlange stehen mussten und waren froh, dort nicht mitten drin zu stehen. Sicher ist auch der Hauptfelsen beeindruckend, aber die Touristenmassen waren für uns Grund genug, dort nicht hochzusteigen.

Für uns war es ein beeindruckender Ausblick und wir waren glücklich diesen tollen Ausflug an Heilig Abend machen zu können. Für den Heiligen Abend stand noch ein schönes Abendessen an und wir wollten nachts in die Christmette in einer katholischen Kirche in Kandy gehen. So machten wir uns bald wieder mit dem Bus auf den Heimweg und nahmen leckeren Fried Rice mit nach Hause und zwei Stück Kuchen. Wir hatten in der Stadt mehrere Bäckereien gefunden und eine Bäckerei bot „Black Forest“-Kuchen an, worüber wir schmunzelten und zugriffen.

Im Homestay angekommen freute sich Ganga über unsere Rückkehr und wir tranken gemeinsam Kaffee und Tee und erfrischten uns. Unser Zimmer befand sich im Untergeschoss des Hauses und wir hatten nebenan einen kleinen Gemeinschaftsraum, in dem wir unser Abendessen herrichteten. Für uns war es der erste Heilige Abend, den wir gemeinsam feiern konnten. Durch die gut 6 Stunden lange Busfahrt und den Aufstieg auf den Pidurangala waren wir sehr müde und es kostete uns einige Überwindung um 11 Uhr nachts zur Christmette aufzubrechen. Als wir aber dann einen Sitzplatz gefunden hatten und ein toller Chor uns eine halbe Stunde auf den Weihnachtsgottesdienst einstimmte, waren wir sehr froh, dass wir uns aufgerafft hatten. Durch den tollen Gottesdienst kamen wir so richtig in Weihnachtsstimmung und sangen zum Abschluss lauthals Silent Night auf Englisch. Der Ablauf des katholischen Gottesdienstes war genauso wie zu Hause und auch dadurch kam tolles heimatliches Weihnachtsgefühl in uns auf. Trotzdem mussten wir natürlich an diesem Abend besonders an unsere Lieben zu Hause denken. Das erste Mal Weihnachten in einem fremdem Land war aber faszinierend und schön genug, so dass wir nicht lange traurig sein konnten.

Da uns der Gottesdienst so gut gefallen hatte, beschlossen wir am nächsten Morgen um 11 Uhr nochmals in die Kirche zu gehen. Wir genießen die Gottesdienste auf unserer Reise, da wir die Rituale und die gewohnten Abläufe in der Kirche toll finden und man so überall sehr schnell ein Stückchen Heimat und Verbundenheit spüren kann. Nach dem Gottesdienst machten wir bei 30°C einen Stadtbummel, was sich irgendwie verrückt anfühlte. Das Foto vor der Kirche mit Miri im Sommer-Kleid gefällt uns besonders gut. Nach einer kurzen Verschnaufpause bei Ganga bestiegen wir noch den Hausberg (Hantana Peak), von wo aus wir einen tollen Überblick über Kandy und Umgebung hatten. Das Wandern an den Weihnachtsfeiertagen hat uns sehr gefallen und wir können uns vorstellen, das zukünftig auch in Deutschland zu ritualisieren.

Abends gab es bei Ganga ein Weihnachts-Curry. Wir aßen gemeinsam mit einer vierköpfigen, indischen Familie, die für 15 Jahre in den USA gelebt hatte und uns sprachlich und inhaltlich ganz schön forderte. Die Jungs waren sehr wohl erzogen und wir waren beeindruckt von den Umgangsformen und dem Bildungsstand der Familie. Wir schlugen uns wacker und diskutierten über artgerechte Tierhaltung bzw. –beobachtung, verschiedene Religionen, Schulsysteme und Technologie. Für Miri vor 5 Monaten noch unvorstellbar, diesem Gespräch zu folgen. Inzwischen beteiligt sie sich aber rege. Die Familie machte uns am nächsten Morgen ein tolles Kompliment zu unseren Englischkenntnissen, worüber wir sehr stolz waren. Der zweite Weihnachtsfeiertag wurde nach diesem Frühstück für uns zum Reisetag und es stand uns eine 24-stündige Anreise nach Kambodscha bevor. Auf dieser befinden wir uns aktuell: Wir sitzen in einem Taxi, für das wir mehr als hart verhandeln mussten und haben ein russisches Pärchen getroffen, mit dem wir für uns letztendlich den Preis halbieren konnten.

Über die letzte Zugfahrt in Sri Lanka wollen wir nicht viel schreiben. Es kam noch schlimmer als bei der vorherigen. Aber seht selbst.

Wir sind fast am Ziel in Kampot und freuen uns aufs Hotel und eine Dusche. Die nächsten Tage lassen wir dann wieder von uns hören.

F. Ella

Du wunderschönes Ella… schon auf dem Weg im Bus nach Ella gefiel uns die Landschaft auf Anhieb. Da die Regenzeit gerade vorbei ist, kann man sich sattsehen an den verschiedensten Grüntönen und die Berge bewundern.

Die Busfahrt verlief sehr entspannt und auf der Hälfte der Strecke stieg eine nette Frau mit Kind zu, die sich neben uns setzte. Sie konnte kaum Deutsch, wollte allerdings immer mit uns sprechen und uns zu sich nach Hause einladen. Leider war die Kommunikation so schwierig, dass wir sogar mit Händen und Füßen an unsere Grenzen kamen. Zum Abschluss schenkte sie uns ihren halben Einkauf an Früchten und wünschte uns alles Gute. Nach wie vor sind wir von den Menschen begeistert und sehr froh mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen. Immer öfter trafen wir die letzten Tage auf Touristen, die sich einen privaten Fahrer für diese Route gebucht hatten. Selbstverständlich sind auch hierfür die Preise sehr günstig und man könnte überlegen, sich so etwas auch mal zu gönnen. Für uns kam es und wird es vermutlich aber auch nicht in Zukunft in Frage kommen. Wir lieben es, unter den Einheimischen zu sein und das Leben der Menschen vor Ort kennenzulernen.

 

Direkt nach unserer Ankunft machten wir uns auf den Weg auf den Little Adams Peak. Das Wetter sollte die nächsten Tage schlechter werden und wir nutzten die Sonnenstunden und die frische Luft und machten uns auf den Weg. Der Anstieg ist vergleichbar mit einem längeren Spaziergang und gut zu meistern. Von oben hat man allerdings einen traumhaften Ausblick und sieht die Berglandschaft in voller Pracht. Wir liefen die ganze Bergkette nach vorne und freuten uns über das atemberaubende Panorama und das Wandern.
Da unsere Unterkunft etwas außerhalb von Ella, dafür aber mitten in den Bergen lag, entschieden wir uns für einen Roller, damit wir die nächsten Tage flexibel sein konnten. Wir schliefen in einem süßen Homestay mit nur zwei Zimmern bei einer sehr netten Familie. Leider war auch hier die Verständigung zwischen uns und der Tochter und der Mutter schwierig, sodass die Kommunikation nicht weit über die Frühstücksplanung hinausging. Dennoch fühlten wir uns sehr willkommen und die Herzlichkeit der Familie war auch ohne Verständigung zu spüren. Uns wurden alle Wünsche erfüllt und so konnten wir mehrere Waschmaschinen füllen, bekamen Obstsalat aufs Zimmer und leckere Fruchtshakes zur Erfrischung. Auch das Frühstück war mal wieder der absolute Hammer. Vermutlich unser bestes Frühstück auf Sri Lanka.

Für den zweiten Tag entschieden wir uns auf den Ella Rock zu wandern, da vormittags das Wetter noch gut sein sollte. Wir standen sehr früh auf, sodass wir noch vor der Hitze auf dem Gipfel ankamen. Der Weg führte eine gute Stunde auf den Zuggleisen entlang, bevor wir über Teeplantagen in den Wald hinauf liefen. Der Aufstieg war doch deutlich anstrengender als gedacht, zumal wir unser tolles Frühstück auf die Rückkehr verlegt hatten. Oben angekommen genossen wir mit 4 anderen die tolle Aussicht und hatten einen fabelhaften Ausblick auf den Little Adams Peak, den wir am Tag zuvor bestiegen hatten. Kurz darauf wurde die Ruhe von mehreren anderen Wanderern gestört und wir waren froh, so früh losgegangen zu sein. So machten wir uns auch schnell auf den Rückweg, auf dem uns dann immer öfter eine Touristenmenge entgegenkam. Den Nachmittag verbrachten wir in Ella Town, einer langen Straße, in der kleine Lädchen und Restaurants aneinander gereiht sind. Natürlich ein Städtchen für Touristen, dennoch gefiel uns das Flair sehr und wir ließen den Abend bei Live-Musik in einem netten Restaurant ausklingen.

Die nächsten zwei Tage waren geprägt von immer wieder vorherrschendem Regen und wir versuchten die Sonnenstunden zu nutzen und besuchten den Dunhinda Fall, einen sehr schönen Wasserfall, und die Nine Arches Bridge, für die Ella bekannt ist. Leider kamen wir immer wieder in den Regen und waren des Öfteren bis auf die Unterhose nass auf dem Roller. Durch die vergangenen Monate voller Hitze freuten wir uns aber auch etwas über die Abkühlung.

Da wir von dem kleinen Städtchen Nuwara Eliya viel Positives gehört hatten, wollten wir auch diesen Ausflug nicht missen. In Nuwara Eliya kann man noch sehr deutlich die Einflüsse aus der britischen Kolonialzeit sehen. Viele andere Reisende waren von dem nicht typischen Sri Lanka begeistert. Wir können im Nachhinein sagen, dass sich die weite Fahrt mit dem Roller und auch der Besuch der Stadt sich für uns nicht gelohnt haben. Obwohl die Fahrt dorthin zwar anstrengend war, waren aber die Aussichten überwältigend. Nuwara Eliya ist die höchste Stadt Sri Lankas und man fährt durch Teeplantagen und Berglandschaften, die sehr schön anzusehen sind. Leider kamen wir auf dem Rückweg in einen Riesenregen und kamen patschnass in Ella an.

Wir genossen das leckere Curry in unserem Homestay und freuten uns auf die anstehende 7-stündige Zugfahrt nach Kandy. Von dieser Strecke liest man sehr viel Positives im Internet und sie soll eine der schönsten Zugstrecken auf der Welt sein. Leider konnten wir keine reservierten Plätze mehr ergattern und so blieb es spannend, wie voll der Zug sein würde, den natürlich jeder Tourist nehmen möchte, aber auch alle Einheimischen nutzen.

Hoffentlich habt ihr schöne Weihnachtsfeiertage verbracht – genießt eure Tage zwischen den Jahren und vor Silvester lest ihr hier noch von unserem Weihnachten in Kandy und vielleicht auch schon einen ersten Beitrag aus Kambodscha.

E. Tissamaharama

Kurz zur Anreise: Im Bus fühlen wir uns mittlerweile sehr wohl und hatten von Tangalle nach Tissa eine tolle Zeit mit einem kleinen Mädchen in der Reihe vor uns, die sich riesig über kleine Spielchen mit uns freute. Der Kontakt zu den Einheimischen in den Bussen ist herzlich und wir wollen das nicht durch Taxifahrten verpassen.

 

Auf Anhieb fühlten wir uns hier pudelwohl. Die kostenlosen Fahrräder unserer tollen Unterkunft gaben uns ein Freiheitsgefühl und wir kamen in der kleinen Stadt sofort zurecht, fanden Supermarkt, Busbahnhof schnell wieder. Das Fahrradfahren scheint uns sehr zu fehlen – zu Hause ja unser Hauptverkehrsmittel – so einfach, schnell und unkompliziert läuft es mit Tuk Tuk, Roller, Bus, o.ä. eben doch nicht.

 

Am ersten Abend schafften wir endlich ein tolles Telefonat mit unseren lieben Sattlers – so schnell fliegen dann 2 Stündchen dahin. Nebenher brannte unser dritter Adventskranz.

Den nächsten Tag hatten wir uns für die weitere Planung der Reise freigehalten und verbrachten ihn komplett am schönen Pool im Schatten der Palmen. Dass den ganzen Tag Stromausfall war, konnte uns nichts anhaben – das mobile Internet auf dem Handy leistete gute Arbeit. Die Erkenntnis des Tages brachte uns endlich ein gutes Gefühl für Kambodscha. Wir begriffen plötzlich und konnten es auch verbalisieren, was wir endlich mal wieder brauchen: einen etwas längeren Aufenthalt an einem Ort, der sich mehr nach Wohnen als nach Hotel anfühlt. Jetzt haben wir also in Kambodscha für knapp 25 Euro am Tag (in Tübingen zahlen wir 35) eine tolle 70 qm Wohnung, in der wir mal wieder so richtig ankommen können. Dort werden wir auch den Jahreswechsel verbringen. Im Haus ist auch eine kleine Party angekündigt, an die wir uns vielleicht dranhängen werden.

 

Der Hauptgrund für den Aufenthalt in Tissa war eine Safari im Yala-Nationalpark, dem größten in Sri Lanka. So ging es am Dienstag um 4.15 Uhr in der Früh mit dem Safari-Jeep zum Maingate – Einlass 6 Uhr, wir waren durch das frühe Aufstehen der zweite Jeep in einer Schlange von bestimmt über 50. Zwei Berlinerinnen aus dem Hotel, die wir zuvor kennengelernt hatten, schlossen sich uns spontan an und so waren wir mit noch einem jungen Paar aus Österreich zu sechst im Jeep. Unsere Gruppe stellte sich als Glücksgriff heraus – wir verstanden uns alle toll und hatten viel zu lachen. Der Grund war allerdings nicht die tolle Safari, sondern manchmal auch Fassungslosigkeit über die Jeep-Jagd auf Leoparden, die lauten Motoren und das Treiben im Nationalpark. In den anderen Jeeps herrschte meist gähnende Langeweile, die Leute schliefen oder schauten genervt in die Büsche.

Unser Fahrer forderte uns immer wieder auf, etwas leiser zu sein und nicht so laut zu lachen, während wir neben 30 anderen Jeeps auf der Lauer auf den Leoparden lagen.

Fazit zur Safari selbst: Die Suche und „Jagd“ nach den Leoparden ist tatsächlich abschreckend und man vergeudet viel Zeit, die man beim Beobachten anderer Tiere in Ruhe viel sinnvoller nutzen könnte. So hatten wir am Ende zum Glück noch eine schöne Begegnung mit 5 Elefanten, die am Wegesrand futterten. Unser Fahrer agierte insgesamt umsichtig und nicht so aggressiv, wie viele andere Fahrer. Ein erschreckendes Erlebnis war die Begegnung mit einem einzelnen Elefantenbullen, der auf einer engen Straße umzingelt von Jeeps auf diese losging, und einigen Fahrern, die ihn dann auch noch provozierten und näher ranfuhren. Der Elefant räumte einen Jeep aus und schnappte sich Rucksäcke und Taschen aus dem Wagen – ein krasses Bild, wie der Kopf des Elefanten im Jeep verschwand. Unser Fahrer reagierte gut und konnte dem Elefanten geschickt ausweichen. Der Safari-Fahrer war kein Zufallsfund – wir fanden eine Empfehlung im Internet auf einem Blog und buchten daraufhin bei ihm.

 

 

 

 

 

Fröhlich – vor allem Dank unserer netten Gruppe – kamen wir um die Mittagszeit wieder in Tissa an, fuhren mit den Rädern in die Stadt, um im „The Green Hut“ das Mittagsangebot wahrzunehmen: Für 300 Rupien (1,50 €) gab es Reis & Curry als Buffet. Wir aßen uns ordentlich satt und nahmen auf dem Rückweg für den Abend lediglich ein paar kleine gefüllte Roti von einem Straßenverkäufer mit. Unsere Recherchen zur nächsten Busfahrt ergaben ein frühes Aufstehen für den nächsten Tag. Der späteste direkte Bus nach Ella fährt um 8.20 Uhr am Busbahnhof in Tissa ab, in dem wir jetzt gerade sitzen und sogar Blog schreiben können. Das Hotelfrühstück reichte gerade so – um 7.40 Uhr brachte man uns das Frühstück, um 8.10 Uhr saßen wir im Tuk Tuk zum Bus. Wir haben die besten Plätze ganz vorne hinterm Busfahrer, wo auch unsere Rucksäcke vorne in der Gepäckablage liegen. So können wir uns die 3-stündige Busfahrt jetzt gemütlich machen und das für nicht mal 2 € zusammen. Die Alternativen: Taxi für 25 € (uns zu teuer), Tuk Tuk für grob 15 € (uns zu ungemütlich für eine so lange Fahrt) oder später mit dem Bus, dann allerdings mit 3mal Umsteigen. Das Busfahren genießen wir außerdem auch – wie oben schon erwähnt – weil wir uns unter den Einheimischen hier sehr untouristisch und in netter Gesellschaft empfinden.

Ein kurzer Einschub zum Budget. Wir sind durch unser weiterhin gezahltes Gehalt natürlich nicht Low-Budget-Backpacker, wollen aber dennoch für Australien und Neuseeland sparen. Bei den Unterkünften haben wir festgestellt, dass sich nur mit großen Abstrichen an das eigene Wohlbefinden sparen lässt (mangelnde Sauberkeit, Licht, etc… sind die Einbußen für günstige Unterkünfte). Deshalb sparen wir lieber an anderen Stellen – wie eben jetzt ausführlich erklärt, beim Transport oder auch beim Essen.

Wir freuen uns sehr auf Ella und diesen neuen Abschnitt von Sri Lanka – es geht im zweiten Teil der Busfahrt 1000 Höhenmeter rauf. Dort oben ist es gut 10°C kälter und die Wettervorhersage ist nicht die allerbeste. Auf die verlassen wir uns aber schon lange nicht mehr – außerdem gibt es ja kein schlechtes Wetter – sondern nur schlechte Kleidung: Die Regenjacken sind selbstverständlich nicht in Colombo geblieben.

In 5 Tagen ist Weihnachten – schafft es bis dahin gut und entkommt dem Stress möglichst schnell, damit ihr zur Ruhe kommt und Weihnachten genießen könnt.

Ayubowan !

D. Tangalle

Wieder mit dem Bus ging es von Mirissa nach Tangalle. Eigentlich war Umsteigen in Matara angesagt. Wir hatten allerdings zufällig einen Riesendusel: Als wir an der Bushaltestelle ankamen, kam eben der Express-Bus, der von Colombo bis Tangalle durchfährt oder besser tief fliegt. So waren wir schon nach einer guten Stunde in Tangalle und sparten uns das Umsteigen.

Weiter ging es mit dem Tuk Tuk zur Unterkunft, die weit außerhalb von Tangalle an einer Lagune lag. Für die Lage hatten wir uns bewusst entschieden, da wir von traumhaft leeren Stränden mit teilweise sogar wilden Schildkröten gelesen hatten. Die Strände waren traumhaft, die Schildkröten blieben uns leider verborgen (Sorry, Leni). Insgesamt wurden wir mit der Unterkunft nicht so recht warm. Der Bungalow war einfach, was uns normalerweise nicht stört, sondern auch oft gut gefällt. Aber es waren einige Begleitumstände, die zum Unwohlsein beitrugen: Im Bungalow war alles – auch das Bett – klamm. Vor dem Bungalow konnte man nicht sitzen, da Fliegen, Ameisen, Frösche, Grashüpfer, Hunde und Schnaken einen nach kürzester Zeit vertrieben. Wir machten das Beste daraus, mieteten uns für 2 Tage einen Roller und waren so viel unterwegs. Morgens ging’s zum Frühsport an den traumhaft einsamen und naturbelassenen Strand. Außerdem schafften wir es einen tollen Holzelefanten per Paket auf den Weg nach Hause zu senden. Wir fuhren mit dem Roller zum Hiriketiya Beach zum Lunch und beobachteten die Surfer, die dort perfekte Bedingungen vorfinden. Auf dem Rückweg machten wir einen Abstecher zum Blow Hole, einer Felsspalte, die mit den hereinkommenden Wellen Wasserfontänen in die Luft bläst.

Das Essen im King’s Elephant war klasse und die Zeit trotz der nicht so passenden Unterkunft trotzdem schön. Heute Morgen gingen wir wehmütig an den Strand, da uns bewusst wurde, dass wir die srilankische Küste heute zum letzten Mal gesehen hatten. So verabschiedeten wir uns und uns wurde folgender Gedanke in diesem Moment sehr bewusst und wir konnten ihn perfekt verbalisieren und er war ein Musterbeispiel für dieses Gefühl: Das häufige Neue und aber auch das häufige Verabschieden und Loslassen ist eine der größten Herausforderungen auf der Reise.

Sri Lanka hat uns von den Stränden her bisher am meisten begeistert. Die Landschaft hier ist insgesamt ein Traum und wir freuen uns sehr nach einem kurzen Safari-Stopp nun bald in die Berge vorzudringen.

Die Unterkunft hier (Tisamaharama – alle sagen aber nur Tisa) ist traumhaft und beinahe schon wieder zu luxuriös. Eine weitere Erkenntnis unsererseits: Je mehr Luxus, desto weniger Kontakt zum eigentlichen Land. Trotzdem ist diese schöne Unterkunft für ein kleines Päuschen gerade wie geschaffen.

Wir werden uns jetzt bald vom Pool verabschieden und unsere Adventskerzen aufstellen. Euch allen einen schönen dritten Advent – wir haben aus Stuttgart und Tübingen bereits Schneebilder erhalten. Es ist schwer vorstellbar, wenn man schwitzend aus dem Bus aussteigt und sich auf den kühlen Pool freut.

Ayubowan !

C. Mirissa

Das Frühstück im „Mamas Place“ hielt, was es versprach: singhalesisches Frühstück in Kombination mit einem frisch gepressten Maracuja-Saft und einem riesigen Obstteller. Der singhalesische Teil dieses Mal mit String Hoppers (dünne Reisnudeln) und wieder Coconut Sambol und Dhal (Linsencurry). Dazu eine ganze Kanne Tee und Kaffee – ein wirklich tolles Frühstück.

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Dafür gefiel uns Mirissa leider nicht so gut. Wir waren vorgewarnt und hatten eigentlich auch in Mirissa gar keinen Stopp machen wollen. Aus irgendwelchen Gründen entschieden wir uns dann doch noch für 2 Nächte, weil wir gelesen hatten, dass man toll schnorcheln kann. Dem war leider nicht so und Mirissa war der touristische und laute Surfer-Spot, von dem wir gelesen hatten. Wirklich nicht unser Ding. Dennoch hatten wir schöne 2 Tage in Mamas Place, wo wir viel gelesen und Office gemacht haben. Wir haben damit begonnen, von jedem Land ein Video zu erstellen mit Fotos und Videos. Das braucht viel Zeit und wir haben beschlossen, auf der Reise damit zu beginnen – zu Hause kommt man vielleicht gar nicht mehr dazu. Das Abendessen bei „Mama“ war ebenfalls sehr lecker und wir hatten eine tolle Seafood-Platte und Thunfisch-Curry. Der Spaziergang durch das Hinterland von Mirissa gefiel uns recht gut und auch die hintere Bucht von Mirissa war ruhiger und wir kamen uns eher vor wie auf Sri Lanka. Die Hauptbucht von Mirissa wirkt eher wie ein italienischer überlaufener Strandabschnitt.

Eines ist noch erwähnenswert. Von Galle Fort nach Mirissa hätte es zwar noch einen Zug gegeben, der Mann am Ticketschalter empfahl uns allerdings den Bus zu nehmen, da dieser direkt nach Mirissa Beach fährt und somit kein Tuk Tuk vom Bahnhof zur Unterkunft nötig sein würde.

Die Busfahrt war wie schon im Internet zu lesen sehr abenteuerlich und wir waren die einzigen Touristen. Die Busse fliegen durch die kleineren Dörfer und hupen mehrmals in der Minute, um auf der Straße Platz zu bekommen. Auch das Aus-und Einsteigen findet sehr zügig statt und sobald der letzte Passagier den Fuß in der Türe hat, geht es auch schon weiter. Wir hatten zum Glück in der letzten Reihe Platz gefunden und konnten so unsere Backpacks gut abstellen. Natürlich wissen wir selbst, dass diese Art von Reisen nicht ganz ungefährlich ist, jedoch ist ein privates Tuk Tuk zum einen mehr als doppelt so teuer und fährt außerdem auf derselben Straße wie die Busse. Das heißt man würde ständig von den Bussen angehupt und überholt werden. Sobald wir wieder die Möglichkeit haben, mit dem Zug zu fahren, werden wir dies auch machen. Bis dahin kommen wir so aber noch enger in Kontakt mit den Einheimischen, die nach wie vor sehr herzlich und offen sind.

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B. Galle

Anstelle eines Tuk Tuks bestellten wir uns für die Fahrt zur Colombo Railwaystation ein kleines Auto via Uber, das aber fast in einem schlechteren Zustand war als normalerweise die Tuk Tuks. Trotzdem kamen wir sicher am riesigen Bahnhof an und kauften ganz unproblematisch am Schalter für insgesamt umgerechnet 2,50 Euro zwei Tickets nach Galle. Günstiger Preis für 150 Kilometer und 3 Stunden Zugfahrt. Wir warteten am Zuggleis mit vielen anderen Singhalesen und ein paar wenigen Touristen auf den Zug und waren gespannt, ob wir einen Sitzplatz ergattern würden. Leider war der Zug schon recht voll und wir mussten die ersten 2 Stunden in der Mitte des Ganges stehen. Vermutlich lag es an Wochenendreisenden. Das anstrengendste am Stehen waren die vielen Snacks- und Getränkeverkäufer, die sich im Fünfminutentakt durchdrückten. Als wir nach zwei Stunden einen Sitzplatz bekamen, wurde die Zugfahrt aber plötzlich sehr angenehm und gemütlich und wir merkten mal wieder, wie schön Zugreisen eigentlich sein können, in Deutschland aber preislich und wegen der Pünktlichkeit oft nicht in Frage kommen. So kamen wir zwar verschwitzt, aber dennoch glücklich in Galle an und mussten für die letzten 2 Kilometer ein Tuk Tuk nehmen, das im Vergleich zur Zugfahrt deutlich teurer war.

 

 

 

 

An unserem ersten Morgen besuchten wir einen katholischen Gottesdienst zum zweiten Advent, der sich als ziemlicher Reinfall entpuppte. Es war nicht wirklich Zeit für die englische Messe, weil die Einheimischen mit Proben für Weihnachten beschäftigt waren und so saßen wir vorne im Schiff mit einem sichtlich genervten Pfarrer und lärmenden Menschen drum herum. Eine Auswanderfamilie aus England hatte sich aber viel Mühe gemacht und so versöhnten uns die selbstgebastelten Candy – Canes und die gebackenen Plätzchen.

 

Galle Fort ist eine ehemalige Festung, in der wir eine Unterkunft gewählt hatten. Der kleine Stadtteil lebt ausschließlich vom Tourismus und hat mit dem Rest von Sri Lanka wohl wenig zu tun. Dennoch gefiel uns das kleine Städtchen sehr gut. Hippe Cafes und Szeneläden reihen sich in den kleinen Gassen der Innenstadt aneinander und laden zum Verweilen ein. Man fühlt sich teilweise wie in einer italienischen, kleinen Hafenstadt und so gar nicht wie auf Sri Lanka. Nach 3 Monaten weg von zu Hause gab uns dieses europäische Gefühl ein bisschen Heimat.

 

Geht man allerdings durch das Festungstor in die eigentliche Innenstadt von Galle, ist man sofort wieder im typischen, trubeligen und lauten Sri Lanka. Der Verkehr ist nach wie vor hektisch und wirkt auf den ersten Blick äußerst chaotisch, folgt aber doch seinen eigenen Regeln.

 

Der sehr berühmte Unawatuna-Strand 5 Kilometer entfernt konnte uns wie erwartet nicht überzeugen. Wir fanden allerdings  schnuckelige Plätzchen mit nur 5 Einheimischen und 4 Hunden zum Baden und Mittagessen (Mihiripennabeach, Koggallabeach). Die dort entstandenen Fotos wirken malerisch und sind viel besser geworden, als wir erwartet hatten, da das Wetter etwas diesig war.

 

 

Galle Fort war bisher mit Abstand am teuersten, was Restaurants angeht. Die Hauptgerichte kosten hier etwa 5 Euro, wofür wir sonst zu zweit satt werden. Aus deutscher Sicht natürlich immer noch sehr günstige Preise. Zum Selberkochen fehlt zum einen die Küche und zum anderen würden die gekochten Gerichte wahrscheinlich mehr kosten. Da wir selbst sehr gerne kochen, fehlt uns das manchmal. Zeit und Lust, die landestypischen Gerichte nachzukochen, wäre vorhanden, zumal auch die zweimal tägliche Restaurantsuche manchmal etwas anstrengend werden kann. Trotzdem schmeckt uns das Essen hier sehr gut und wir freuen uns, möglichst viele verschiedene Gerichte auszuprobieren.

Um die vielen Gerichte in den verschiedenen Ländern nicht zu vergessen, haben wir (hauptsächlich für uns) eine neue Rubrik „Rezepte“ auf die Homepage genommen. Bitte entschuldigt die mehrfache Ankündigung zum Papaya-Salat. Wir haben jetzt einen Weg gefunden, die Rezepte außerhalb der Blogbeiträge und ohne E-Mails einzustellen. Es liegt also an euch, ob ihr dort stöbert oder nicht.

 

Heute Morgen kamen wir in den Genuss unseres ersten srilankischen Frühstücks und das auch noch ganz kostenlos. Wie es dazu kam? Wir leisteten gestern Nacht zwei Kanadiern mental Erste-Hilfe, nachdem der Mann im Bad gestürzt war und eine tiefe Platzwunde auf der Stirn hatte. Zum Glück war die Nachbarschaft sehr hilfsbereit und ein Krankenwagen schnell gerufen und so war unsere Aufgabe hauptsächlich, den Mann und seine Frau zu beruhigen und ihnen beizustehen. Die Gastgeberin kaufte deshalb Frühstück für die Kanadier und für uns ebenso.

Das typische Frühstück besteht aus: Egg-Hoppers (Reispfannkuchen in Form einer Schale mit einem Spiegelei), Hoppers und Coconut Sambol (Kokosnussraspeln mit Chili) und Dhal (Linsencurry). Da wir sowieso gerne herzhaft frühstücken, waren wir hiervon sehr angetan und freuen uns schon hier in Mirissa (nächster Stopp) aufs wieder srilankische Frühstück, das dieses Mal inbegriffen ist.

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A. Colombo

Für die Vorweihnachtszeit und auch für Weihnachten selbst wählten wir im Vorfeld ein Land, in dem auch die christliche Religion ausreichend vertreten ist. So landeten wir also am 5. Dezember in Colombo, Sri Lanka. Neben dem Buddhismus und dem Hinduismus gibt es rund 15% Muslime und Christen. Weihnachten wird aufgrund der vielen verschiedenen Religionen aber dennoch von vielen gefeiert und so sehen wir hier in vielen Geschäften kitschigen Weihnachtsschmuck und künstliche Weihnachtsbäume. Was wir nicht verstehen: Warum gibt es auch hier, am anderen Ende der Welt, den Tannenbaum als Weihnachtssymbol, obwohl er doch hier gar nicht wächst. Für uns ist es unglaublich schön, die vielen geschmückten Bäume und sonstigen Dekorationen zu sehen, da wir mittlerweile so wirklich auch in Weihnachtsstimmung kommen. Für unseren morgigen Adventskranz haben wir uns für die kitschige Variante mit einer grün-glitzernden Lametta-Kunst-Girlande entschieden. Da wir wöchentlich einen neuen Adventskranz basteln, darf dieses Jahr auch mal für einen Adventssonntag ein hässlicher Kitsch-Kranz dabei sein.

Die 4 Tage in Colombo sind wir ganz gemütlich angegangen. Wir hatten vorab noch nicht viel gebucht und nutzten so die Zeit in der schönen Unterkunft, um unseren Trip zu planen und im Land anzukommen. Die Menschen hier begegnen uns zum ersten Mal im südostasiatischen Raum sehr freundlich – wenn man auf der Straße grüßt und lächelt, grüßen und lächeln sie zurück. In Thailand und Malaysia waren die Menschen deutlich verschlossener und zurückhaltender. Die „harte Schale“ konnte man nur durch längere Gespräche knacken und es dauerte, bis man mit ihnen warm wurde. Außerdem sah man viele Menschen mit oft 2 Handys in der Öffentlichkeit, was natürlich keinerlei Kapazitäten für menschliche Interaktion lässt.

Wir unternahmen 2 Ausflüge während unserer Zeit in Colombo. Eine wirklich schöne Stadt ist es sicher nicht. Aber die Innenstadt (Pettah) gefiel uns mit ihrer Hektik und dem Chaos recht gut. Uns war vorher klar, dass es dort trubelig zugeht und so nahmen wir uns einfach Zeit und schlenderten in innerer Ruhe durch die sonst so hektischen Gassen. Fußgängerzonen sind hier noch nicht angekommen – so dass sich durch das größte Menschengedränge auch noch Autos, LKWs, Sackkarren und Tuk Tuks quetschen. Auch der Bauernmarkt in der Nähe des Floatingmarkts (ein Reinfall – da geht gar nichts (mehr?)) hatte ein tolles Flair und wir schlenderten sogar zweimal drüber – um beim zweiten Mal Salat und Obst zu kaufen. Die Läden in Colombos Altstadt sind allesamt „Kruschtläden“, in denen man von der elektrischen Zahnbürste bis zum Suppenlöffel alles kaufen kann – für alle Rottenburg-Kenner: Es sind alles Jeckels, aber noch deutlich ramschiger und schmuddeliger. Der Transport innerhalb Colombos funktioniert unkompliziert über Uber, worüber man auch Tuk Tuks buchen kann. Das erleichtert das Tuk Tukfahren ungemein, da man nicht ständig nervige Preisverhandlungen hat, bei denen man als Tourist wohl in der Regel eher schlecht wegkommt. Die Einheimischen fahren allerdings noch günstiger und nehmen die öffentlichen Busse – von Pettah nach Colombo Fort winkte Miri einem Busfahrer zu, der für uns anhielt und uns für 10 Cent ins benachbarte Stadtviertel brachte.

Bei einer zweiten Stadterkundung besuchten wir den Galle Face Streetmarket, auf dem wir auch zu Abend aßen und unser erstes typisches singhalesisches Essen genießen durften. Man schmeckt sehr deutlich die indischen Einflüsse heraus und die Gewürze sind noch intensiver als in Thailand und Malaysia. Nach wie vor lieben wir das Essen hier im südostasiatischen Raum, da es sehr abwechslungsreich ist, obwohl Reis als fast einziges Hauptnahrungsmittel anderes vermuten lassen könnte. Endlich finden wir jetzt an jeder Ecke Roti (eine Art Fladen/Pfannkuchen) mit unterschiedlichen Beilagen oder Inhalten. Nach dem Essen lernten wir Viraj kennen, der uns an einer Fußgängerampel ansprach und uns über die Straße begleitete. Aus dem anschließenden gemeinsamen Spaziergang entstanden ein paar nette Stunden intensive Gespräche, über deutsche Kolonien, Angela Merkel und die Traditionen unserer beider Heimatländer im Vergleich.

 

Die restliche Zeit genossen wir unsere Unterkunft, die sich für uns schon nach einem Tag wie eine tolle große WG anfühlte. Wir kochten morgens unser eigenes Frühstück, backten Weihnachtsplätzchen, streichelten die Katzen und saßen auf der Dachterrasse. Dank des High-Speed-Internetanschlusses konnten wir unsere kompletten Fotos der letzten Monate nun endlich in die Cloud hochladen. Diese „Alltagstage“ gibt es auf einer solch langen Reise natürlich auch – und wir haben gelernt, sie zu genießen und zu schätzen. Durch Langkawi und die gemütlichen Tage in Colombo im Anschluss sind wir heute morgen freudig in den Zug gestiegen, um jetzt unsere Rundreise zu starten, die nun wieder viele aufregende, ereignisreiche und eindrucksvolle Tage bietet.

Um uns die Zugfahrten etwas zu erleichtern, haben wir unsere Handgepäck-Rucksäcke mit vielen für die nächsten knapp 3 Wochen nicht benötigten Dingen in unserer „WG“ gelassen und sind nun zum ersten Mal so richtige Backpacker – mit nur einem einzelnen Rucksack auf dem Rücken. Unsere Packliste und unser Gepäck ist nach wie vor wirklich gut geplant, allerdings braucht man eben in manchen Ländern eher die wirklich kurzen Klamotten und Schnorchel und Badesachen – während in Südafrika zum Beispiel die warmen Pullover und die gemütliche Jogginghose regelmäßig zum Einsatz kamen. Auch in Neuseeland werden wir die wieder brauchen. Somit ist klar, dass man für ein ganzes Jahr Reise mit weniger als 20 kg wohl nicht auskommen kann – oder zumindest wir nicht.

Morgen um 11 Uhr gibt es hier in Galle Fort, wo wir für 3 Tage wohnen, einen englischen Gottesdienst in der katholischen Kirche, wo wir den 2. Advent feiern werden. Dazu aber dann mehr im nächsten Beitrag zu Galle.

Viele Grüße aus der Hitze Sri Lankas ins kalte Deutschland und einen wunderschönen 2. Advent euch allen.

Rundreise Sri Lanka

Nach 4 Tagen in Colombo starten wir unsere Sri Lanka Rundreise. Genauso wie bei der Gardenroute in Südafrika machen wir die Rundreise entgegen der sonst typischen Richtung – in der Hoffnung, dass die Züge so vielleicht nicht ganz so voll sind.

 

A. Colombo

B. Galle

C. Mirissa

D. Tangalle

E. Tissamaharama

F. Ella

G. Kandy

Rückblick Sri Lanka