D. Lima

Leider zog sich die Magen-Darm-Geschichte noch etwas länger und wir mussten etwas das Tempo herausnehmen. Dennoch genossen wir die kleine gemütliche Wohnung, die Sauna und das Fitness-Studio.

Lima besteht aus 44 Stadtvierteln, wir hatten uns Barranco ausgesucht, ein aufstrebendes und in den letzten Jahren zum absoluten Hipster-/In-Viertel avanciertes schönes Viertel direkt am Meer. Uns gefiel es dort sehr gut. Wir besuchten wie immer den Markt und kauften ein und nahmen an einer „Free-Walking-Tour“ durch Barranco teil. Die Streetart beeindruckte uns und der Mix aus kolonialem und zeitgenössischem Baustil macht den Charme des Viertels aus.

Während unseres Aufenthaltes zeigte sich nicht einmal die Sonne. Sehr schade, denn dadurch wirkte Lima für uns irgendwie bedrückend. Die Wolken hingen tief und alles stand im Nebel – meist tröpfelte es ganz leicht.

So haben wir festgestellt, dass wir mittlerweile seit Australien keinen richtigen Sommer und keine Hitze mehr hatten. Umso verrückter ist es eben gewesen, als wir in Cali (Kolumbien) für unseren Zwischenstopp ausgestiegen sind und uns die tropische Hitze wie eine feuchte Wand empfing.

Wir verlassen nun Südamerika auf dem Weg nach Panama und hoffen, dass wir irgendwann noch einmal auf diesen tollen Kontinent zurückkommen werden. Weiterlesen

C. Huaraz

Glücklicherweise war das Busunternehmen wirklich gut und unsere Hoffnungen auf eine ruhige und schlaferfüllte Nacht wurden erfüllt. Fit und munter kamen wir also morgens um 6.30 Uhr in Huaraz an und durften direkt in unser Airbnb einchecken. Huaraz an sich ist nicht von besonderer Schönheit, aber insgesamt doch eine sehr typische peruanische Stadt hoch in den Bergen gelegen. In unserem Airbnb fühlten wir uns sehr wohl und die Heizung erfreute uns vor allem ab Sonnenuntergang und wärmte uns die Füße. Am ersten Tag gingen wir in die Stadt und aßen im Mercado zu Mittag, wo wir danach einen Großeinkauf für den Aufenthalt in Huaraz machten. Die Einkäufe – besonders auf den chaotischen Märkten – erledigen wir mittlerweile immer schneller und wir wissen recht gut, wo was zu finden ist. Dieses Mal bekamen wir ausnahmslos alles, was wir einkaufen wollten, in der riesigen Markthalle. Bisher hatten wir oft für spezielle Einzelheiten (Dosentomaten, Coke Zero, o.ä.) noch zusätzlich in einen Supermarkt müssen. Mit vollen Rucksäcken liefen wir über den Plaza de Armas und verglichen einige Touranbieter miteinander. Wir entschieden uns für 3 Ausflüge in 4 Tagen mit einem Tag Pause nach dem anstrengenden Ausflug zur Laguna 69.

Wieder zu Hause verräumten wir alles und bereiteten Essen und Ausrüstung für die nächsten Tage vor.

Der erste Ausflug führte zur Laguna Paron – hoch oben in den schneebedeckten Gipfeln der Anden als Teil der Cordilla blanca gelegen. Nachdem wir um 8.15 Uhr abgeholt worden waren, zog sich die Hinfahrt fast unerträglich in die Länge. Wir saßen mit 8 Personen in einem klapprigen Toyota Avanza und verließen nach 2 Stunden Fahrt die befestigte Straße, um die nächsten 2 Stunden über Felsen in die Berge zu holpern. Unterwegs verloren wir das Reserverad, das wir kurzerhand in den Kofferraum packten. Beim Einladen sah man deutlich, dass es im Notfall nichts helfen würde: Es enthielt keine Luft.

Nach fast 5 Stunden Fahrt kamen wir an der toll gelegenen Lagune an. Glücklicherweise waren wir durch den tollen An- und Ausblick schnell versöhnt. Wir erklommen einen kleinen Hügel neben der Lagune, der hervorragende Ausblicke liefert und vesperten und machten Fotos. Insgesamt hatten wir rund 2 Stunden Zeit an der Lagune, bevor es wieder ins enge Auto ging. Auf der Heimfahrt versuchten wir, mit Musik auf den Kopfhörern trotz der Enge und der unangenehmen Fahrt die wundervolle Landschaft zu genießen. Über den letzten Stopp waren wir zunächst nicht erfreut, da es uns einfach nur nach Hause zog – als wir aber den Hintergrund erklärt bekamen, war uns klar, dass hier ein Halt definitiv unumgänglich war. Das Dorf Yungay war vor ca. 40 Jahren komplett von einer Lawine vom höchsten Berg Perus (Huascaran 6768 m) verschüttet worden. Gerade an unserem Ausflugstag war Gedenktag für das verschüttete Dorf und viele Menschen besuchten die Gedenkstätte und den Friedhof. Auch der Präsident war am Vormittag dort gewesen – auf der Hinfahrt hatten wir seine Eskorte gesehen. Die Berge und das Panorama wirken so friedlich und schön – es ist hart zu sehen, was solche Naturkatastrophen aber anrichten können.

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B. Machu Picchu und nochmal ein Tag Cusco

Für den Ausflug zum Machu Picchu hatten wir im Vorfeld reichlich recherchiert. Die günstigste Option wäre gewesen mit einem Bus bis kurz vor Aguas Caliente (das Dorf am Fuße des Machu Picchu) zu fahren und dann entlang der Zuggleise 2 Stunden zu laufen. Es gibt keine Straße, die direkt nach Aguas Caliente führt, und so kommt als absolute Budget-Variante nur diese Möglichkeit in Frage. Ihr kennt uns inzwischen, das wäre eigentlich unsere „Schwaben-Spar-Variante“ gewesen. Da wir aber zunächst unseren Cusco-Aufenthalt kürzer geplant hatten und daher nicht sicher wussten, ob wir mit einer Nacht in Aguas Caliente auskommen würden, entschieden wir uns dieses Mal für die etwas luxuriösere Variante: Anreise und Rückreise nach Aguas Caliente mit dem Zug. Wir können sagen, dass es auch mal schön ist, nicht Low-Budget zu reisen: Der Ausflug war unkompliziert und die Zugstrecke beeindruckte mit tollen Landschaften und Ausblicken.

So machten wir uns am Sonntagmorgen gegen 7.30 Uhr auf den Weg zum Bahnhof. Einen kleinen Dämpfer bekamen wir, nachdem wir eine halbe Stunde durch Cusco zum Bahnhof gelaufen waren: Wir kamen am falschen Bahnhof an, ein netter Herr klärte uns auf und wir fuhren mit dem Taxi zum richtigen Abfahrtbahnhof von Inka-Rail (es gibt 2 Zuganbieter, Inka-Rail hatte das etwas günstigere Angebot). Dieser lag keine 3 Blocks von unserem Airbnb entfernt und wir hätten eine halbe Stunde länger im Bett liegen bleiben können. Wir waren allerdings nicht die einzigen, denen dieser Fehler unterlaufen war – nach uns kamen nochmals ein paar Reisende völlig außer Puste im „The Voyager“, dem Zug zum Machu Picchu, an. Der Zug fuhr immer hin und her von einer Weiche zur nächsten den steilen Berg hinter Cusco hinauf, bevor er dann oben angekommen Fahrt aufnahm und wunderbare Berglandschaften durchfuhr. Nach 4,5 Stunden erreichten wir Aguas Caliente (oder auch Machu Picchu Pueblo, wie das mit den Bezeichnungen ist, haben wir noch nicht ganz durchschaut). Früher war Aguas Caliente sicher ein kleines, unscheinbares Dorf mitten in den Bergen. Heute wird fleißig gebaut und die Restaurants versuchen sich mit Angeboten für Touristen gegenseitig zu übertrumpfen und kämpfen bei der großen Konkurrenz ums Überleben. Mit Schubkarren werden Gepäck und Lebensmittel durch das kleine Dorf gekarrt, Autos gibt es keine. Nur Busse starten im Dorf und befördern täglich Tausende Touristen auf den Berg zur Inka-Stadt unterhalb des Gipfels des Machu Picchu, welcher der Stadt seinen Namen gegeben hat.

Die Stadt gefiel uns trotzdem gut und sie hat Charme. Wir liefen zu unserer Unterkunft und bekamen dort eine Alternative angeboten, als die Gastgeber erfuhren, dass wir schon um 4 Uhr in der Früh zu Fuß die 500 Höhenmeter zur Inkastadt erklimmen würden. Das andere Hotel lag näher am Einlass zum Wanderweg, der den steilen Berg hinauf führt. Das erste Mal seit langem hatten wir wieder eine normale Dusche. In Bolivien und Peru werden Elektro-Duschen verbaut. Diese heizen über Strom direkt im Duschkopf das Wasser auf. Die Installationen sehen oft abenteuerlich aus und wer in Physik in der Schule nicht nur geschlafen hat, den beschleicht beim Duschen eigentlich immer ein mulmiges Gefühl – Wasser leitet Strom. Wir haben von einigen Leuten gehört, die einen ordentlichen Stromschlag unter der Dusche abbekommen haben. Das ist uns bisher erspart geblieben und die Duschköpfe liefern meistens wenigstens lauwarmes Wasser, was sie luxuriöser macht, als wir es in einem Monat Uganda gewohnt waren. So genossen wir die heiße Dusche im Hotel und vertrödelten den restlichen Tag in Aguas Caliente bei einem Kaffee und zwei süßen Stückchen, während die Vorfreude auf den nächsten Tag stieg.

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A. Die ersten 2 Tage in Cusco und Ausflug zu den Rainbow Mountains

Bevor wir den verpassten Schlaf von der Busfahrt nachholten, machten wir uns direkt auf den Weg in die Stadt. Wir brachten die Wäsche der letzten Woche weg, besorgten eine neue SIM-Karte, ließen unsere Zugtickets für den Machu Picchu ausdrucken, buchten eine Massage (Oh wie schön, die sind wieder günstig wie in Thailand) und machten einen Großeinkauf auf dem San Pedro Mercado Central. Auf dem Nachhauseweg merkten wir, dass wir uns etwas viel zugemutet hatten, nach einem leckeren Brunch fielen wir erschöpft, aber zufrieden ins Bett und schliefen 2 Stunden.

Abends holten wir unsere frisch gewaschene Wäsche und kochten Matzes absolutes Lieblingsgericht auf Weltreise: Dahl – soooo lecker. Die Kartoffeln entpuppten sich als Süßkartoffeln und so kochten wir noch etwas Reis für Matze und ließen ein paar Süßkartoffeln für eine Suppe in den nächsten Tagen übrig.

Abends schauten wir endlich mal wieder auf einem Fernseher einen schönen Film über einen Teil von Indiens Geschichte (Padmaavat – Ein Königkreich für die Liebe). Seit wir reisen, sind wir viel offener und wissbegieriger, was andere Kulturen, Länder und Bräuche angeht. Im warmen Bett ließen wir es uns mit selbstgemachtem Popcorn und Bananenchips so richtig gut gehen, mussten dann den Film aber unterbrechen, da uns die Müdigkeit übermannte.

Am nächsten Morgen schauten wir die restlichen 75 Minuten und stellten fest, dass wir einen solchen Tag, an dem wir morgens noch im Bett bleiben und fernsehen konnten, auf Weltreise bisher noch gar nicht gehabt hatten. Auch mal schön – und so erholsam. Der restliche Tag sah dann nicht anders aus – bis auf einen kurzen Spaziergang zum Mittagessen und zur Massage vor dem Abendessen. Das Ausruhen war auch wirklich nötig, denn am nächsten Morgen wurden wir von Juvenal zum Ausflug zu den Rainbow Mountains abgeholt – und zwar schon morgens um 4 Uhr.

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